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Neues Fossilzeitalter

Sunday, February 3rd, 2008

Zeit.de hat in der letzten Woche den Artikel “Neues Fossilzeitalter” veröffentlicht und nachdem MindSharing heute nochmal auf den Artikel hingewiesen hat, habe ich mich dazu entschlossen ein wenig dazu zu schreiben. Der Grundton des Artikels ist pessimistisch:

Es bestehe nicht die “geringste Aussicht”, die Welt von fossilen Brennstoffen abzubringen. Zumindest darin muss man Gray zuzustimmen.

Die Frage ist nur, warum sollte man Gray zustimmen, wenn man es schon “muss”. Es gibt schließlich einige durchaus hoffnungsvolle Anzeichen, dass die Menschheit ihre Probleme lösen kann.

Einerseits gab und gibt es Beispiele internationaler Zusammenarbeit, auch in Umweltfragen. Das bekannteste Beispiel ist wohl die Regulierung von FCKW. Und auch bei der Globalen Erwärmung scheint die Zeit des Mikadospielens vorbei zu sein. So ist diesen Monat eine e-Mail des Shell CEOs Jeroen van der Veer bekannt geworden, in der er im wesentlichen über zwei Szenarien, deskriptiv als Scramble und Blueprint bezeichnet, über die Energiezukunft berichtet1 . Bemerkenswert ist dabei der Absatz

Shell traditionally uses its scenarios to prepare for the future without expressing a preference for one over another. But, faced with the need to manage climate risk for our investors and our grandchildren, we believe the Blueprints outcomes provide the best balance between economy, energy and environment.

In diesem Blueprint Szenario wird eine aktive internationale Energiepolitik angenommen, wie sie von einigen Ländern zumindest angekündigt ist. Die Schweiz versucht bis 2050 einen durchschnittlichen Energieverbrauch von 2 kW pro Einwohner zu erreichen und Schweden will bis 2030 auf fossile Rohstoffe zur Energieerzeugung verzichten.

Damit bleibt die Frage, wie sich die USA und China als die größten Verbraucher verhalten werden. Aber auch diese beiden Staaten bewegen sich in die richtige Richtung. China fördert Energieeffizienz schon aus ökonomischen Gründen und der nächste US Präsident kann eigentlich nur eine bessere Umweltpolitik machen als der aktuelle. Deshalb sehe ich die Zukünftige Energieversorgung keineswegs so pessimistisch wie der Eingangs erwähnte Artikel.

  1. Shell hat inzwischen eine Übersetzung der Mail veröffentlicht []

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