Manchmal gibt es Prophezeiungen die ziemlich gut treffen, eine davon scheint Alvin und Heidi Tofflers Buch „Futureshock“ zu sein.
Futureshock is a sickness, which comes from too much change in too short time.
Orson Wells, 1972
Die Tofflers prophezeiten eine Welt in der viele Menschen nicht mehr wissen, was die Zukunft oder der morgige Tag bringt. Diese Leute haben Angst, sie verstehen die Zukunft nicht mehr. Deshalb suchen sie sich Sicherheit, in der Religion, in obskuren Kulten oder in dem festen glauben das Märkte funktionieren.
Das Video ist eine Dokumentation über seine Thesen, erzählt von Orson Wells.
Bereits 1996 wurde in der Zeit die aktuelle Finanzkrise bemerkenswert genau vorhergesagt (und heute bei Weissgarnix ein Update von dem damaligen Autor geschrieben). Kurze Zusammenfassung von einem nicht Ökonom, es wird zuerst schlechter, bevor es besser wird…
Manchmal passt was ich im Internet lese gut zusammen. Heute bin ich zuerst über einen Wired Artikel gestolpert, der das Verhältnis von Google und Facebook beschreibt. Die kurze Version ist, Mark Zuckerberg will anscheinend aus Facebook eine Art Google des Social Graphs machen. Zumindest liest sich der Artikel so, als wolle er den usergenerated Content und vor allem die sozialen Verknüpfungen in Facebook nutzen einerseits Internetsuche und andererseits zielgerichtete Werbung anzubieten.
Was recht Erfolgversprechend klingt – zumindest auf den ersten Blick. Um targeted Advertising vermarkten zu können, muss er die Profile der User auswerten. Dafür müsste er aber das Vertrauen der User in Facebook ausnutzen – er nutzt ja eben die Daten die die User keinem Spammer in die Hand geben würden.
Abgesehen davon ist natürlich der Social Graph , also das automatisierte auswerten der Beziehungen zwischen den Nutzern, etwas von dem diverse Internet Visionäre seit zehn Jahren reden. Und damit bin ich bei dem nächsten Fundstück des Tages „Introducing The Computer of 2010“ eine Zukunftsvorhersage des Forbes Magazins aus dem Jahre 20001. Es ist insofern Visionär, als das man heute exakt den gleichen Artikel, mit genau den gleichen Technologien schreiben könnte (man müsste nur die Jahreszahl auf 2020 ändern . Aber eine schöner Überblick über Dinge die, seit zehn Jahren, in zehn Jahren Marktreif sein werden.
Der zweite Aspekt der mir bei der Lektüre des Wired Artikels aufgefallen ist, ist der walled Garden – das damalige Geschäftsmodell von AOL, seine User innerhalb des eigenen Netzes zu halten. Ein Ansatz mit dem schon andere gescheitert sind. Denn der Rest des Internets ist so groß, dass man auf seiner eigenen Seite immer nur das zweitbeste Anbieten kann während ein grade besser passender Dienst nur einen Mausklick entfernt ist. Mit ein wenig freier Assoziation lande ich dann bei dieser großartigen Animation über die Berliner Mauer.
Ich habe momentan wenig Zeit, aber möchte trotzdem auf ein paar interessante Zukunftsvisionen aus verschiedenen Dekaden hinweisen. Zuerst von heute aus dem New Scientist
Ein Ausblick auf das Laptop von 2015, veröffentlicht im März 2008. Und teilweise überholt 2009.
We’ll look at our notebooks in a different light in 2015 as sequential red, green, blue LED backlighting replaces the cold cathode fluorescent lighting tubes found in today’s LCD screens. This technology will not only offer brighter images, but will also use less power.
Und eine 40 Jahre ältere Vorhersage. Teilweise erstaunlich genau.
Computers also handle travel reservations, relay telephone messages, keep track of birthdays and anniversaries, compute taxes and even figure the monthly bills for electricity, water, telephone and other utilities.
Allerdings enthält es auch die typischen 60er Jahre Visionen, wie Raketen und Unterwasserurlaub.
Man sieht auch damals gab es schon teilweise richtige Vorhersagen:
Die Fabriken beschäftigen nur noch wenige Arbeiter. Roboter und Automaten ersetzen die menschliche Arbeitskraft. Die Menschen aber verwenden einen großen Teil ihrer freien Zeit darauf, an Fortbildungskursen teilzunehmen.