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Cache Flush: Machtstrukturen

September 7th, 2011

Heute mal drei Links, die sich im weitesten Sinne mit der realen Funktionsweise einer Gesellschaft abseits von formalen Institutionen beschäftigen.

Und weil es so schön passt: Stefan hat beim Geschichtsblog eine zweiteilige Serie über das Ende der römischen Politik gepostet (Teil 1, 2).

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Es ist nicht alles schlecht unter der FDP

January 4th, 2011

Die Amerikaner fürchteten sich bereits vor der Wahl vor den Datenschützern der FDP.

At times, the FDP’s fixation on data privacy
and protection issues looks to have come at the expense of
the party forming responsible views on security policy. The
FDP has been out of power for over 10 years and lack
experience tackling security issues in the Internet age. The
FDP appears not to fully grasp the transnational character of
terrorism today and terrorists’ increasing use of the
Internet and related technology to recruit, train and
organize.

Wikileaks: 09BERLIN1167, 21.9.20091

Und wie sich herausstellen sollte:

At times, the FDP’s fixation on data privacy and protection
issues looks to have come at the expense of the party forming
responsible views on counterterrorism policy.

Wikileaks: 10BERLIN128, 29.1.2010

Bei dem weiteren Überfliegen der Kabel fällt vor allem Frau Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger positiv auf.

  1. Die Wahl war am 27.9.09 []

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Zitat des Tages

December 6th, 2010

Die wesentliche Enthüllung durch Wikileaks ist die Trivialität der Diplomatie. Weder wird James Bond durch die Welt geschickt um uns alle zu retten, noch verkauft irgendjemand die Seelen von Ungeborenen. Aber die Depechen zeigen Diplomaten als Menschen, nicht als noble Klasse von Aristokraten. Und deshalb wird Wikileaks nach der Veröffentlichungen von Cablegate deutlich stärker bekämpft als nach den Irak und Afghanistan Veröffentlichung. In einem lesenswerten Kommentar verteidigt Mark Pesce dies als Fortschritt. Er hat auch eine gute Idee was als nächstes passiert.

We’ve been here before. This is 1999, the company is Napster, and the angry party is the recording industry. It took them a while to strangle the beast, but they did finally manage to choke all the life out of it – for all the good it did them. Within days after the death of Napster, Gnutella came around, and righted all the wrongs of Napster: decentralised where Napster was centralised; pervasive and increasingly invisible. Gnutella created the ‘darknet’ for file-sharing which has permanently crippled the recording and film industries. The failure of Napster was the blueprint for Gnutella.

Mark Pesce, „WikiLeaks a blueprint for things to come

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Wörter sind offenbarend

December 4th, 2010

Sprache ist eine komische Sache, es werden Wörter wie Diebstahl für Geheimnisverrat und Raubkopie für unerlaubte Vervielfältigung verwendet. Damit wird die Vervielfältigung von Daten in eine Reihe mit Eigentumsdelikten gestellt, obwohl das Problem bei Raub nicht ist, dass der Räuber hinterher mehr hat. Herausstechend aus der Masse der Idiotie war die Reaktion des Pentagons auf die Afghanistan war logs:

The Defense Department demands that WikiLeaks return immediately to the U.S. government all versions of documents obtained directly or indirectly from the Department of Defense databases or records

Geoff Morrell, Pentagon Sprecher

Das Pentagon könnte sich natürlich jederzeit die Daten von Wikileaks wieder herunterladen, trotzdem wollten sie anscheinend die Originale1 wieder haben.

Die alten Männer mit Kugelschreibern stellen sich unter einer Datei anscheinend ein Stück Papier vor und verkennen den wesentlichen Unterschied zwischen einem Stück Papier und einer Datei. Ein ähnliches konzeptuelles Missverständnis scheint bei der Behandlung des neuesten Leaks vorzuliegen. Auf der einen Seite wird Wikileaks mit allen legalen und illegalen Mitteln bekämpft, wie ein feindlicher Geheimdienst. Die Pressepartner, auf der anderen Seite, werden nicht verfolgt, denn sie schützt die Pressefreiheit.

  1. Soweit dieser Ausdruck in diesem Zusammenhang irgendeinen Sinn hat. []

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Ein paar Links zu #cablegate

December 1st, 2010

Zuerst einmal finde ich es eigentlich erstaunlich, wie relativ belanglos die geleakten Dokumente sind. Im wesentlichen wird bestätigt was man bereits wusste.

  • fpwatch kommentiert, es sei alles nicht so schlimm. Zumindest falls nicht alles sofort, also während laufender Verhandlungen, sonder nach eine kurzen Sperrfrist veröffentlicht wird. Der Vorteil ist, dass Politiker keine Politik gegen ihre eigenen Positionen machen können.

    It’s the difference between obscuring the sausage-making process (something that is at times justified on the grounds of political expediency and risk mitigation) and obscuring the actual sausage.

  • Die Internetausdrucker vom Hamburger Abendblatt haben einen ganz sinnvollen Kommentar geschrieben (und den dann nicht mal hinter ihrer Paywall verschwinden lassen).

    Der größte WikiLeaks-Einschnitt aber betrifft den politischen Diskurs per se. Die Obamas, Putins und Merkels können weniger denn je sicher sein, dass die alte Grenze zwischen “öffentlich” und “off the record” noch ihrer Kontrolle unterliegt. Sie könnten nun ihr Heil in noch mehr Verheimlichung suchen, doch dies wäre in etwa so aussichtsreich wie der Kampf der Musikindustrie gegen illegale Downloads.

  • Die Einschätzung zu der letzten Bundestagswahl von dem US Botschafter in Berlin. Ein guter Text, ich frage mich aber warum er als „CONFIDENTIAL//NOFORN“ gekennzeichnet ist, es steht eigentlich nichts drin was man nicht auch aus der Tageszeitung erfahren konnte.

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