Main contents

Ihr da draußen

November 1st, 2010

Einen interessanten Artikel hat heute die Zeit veröffentlicht. Der Artikel beschreibt die Sichtweise der Politiker auf die Virulenz von S21 und Sarrazin.

Von »Parallelwelten« spricht Norbert Röttgen.

Ihr da draußen“Zeit.de

Dieses Problem hatte ich bereits in meinem Vorletzten Post angesprochen. Allerdings ist die Ausdifferenzierung der Gesellschaft nichts, was sich sinnvoll rückgängig machen lässt.

Die Menschen sind zutiefst verunsichert und sehnen sich nach dem Ort, wo sich nichts ändert, nichts verändert wird, wo sie sich auskennen und sich sicher fühlen. Vor allem dort, wo sie wohnen, in ihrer Heimat, wollen sie nicht auch noch Veränderungen und Verunsicherungen hinnehmen müssen. Selbst das, was schlecht ist, soll so bleiben, wie es ist.

Sigmar Gabriel, Ibid.

In einem Wort „Future Shock,“ der Zustand einer Gesellschaft, in der die meisten nicht mehr verstehen wie die Welt sich ändert.

Posted in Uncategorized | No Comments »

Schamlose Selbstbeweihräucherung

October 24th, 2010

In einem Anflug von Journalismus hat SPON einen Essay von Dietmar Pieper veröffentlicht, “Wer hat Angst vor Leyla Öztürk?” Er streift dabei einige von mir in letzter Zeit angerissene Themen, insbesondere nimmt er als Einstiegsargument „Islamkritik“ als Zukunftsangst. Eine Gleichsetzung die ich schon am 12. September angedeutet habe.

Danach argumentiert er (frei Interpretiert), dass Nationalstaaten unter Druck stehen, wie ich vor zwei Wochen.1 Allerdings versteckt er sich nach guten Ansätzen unter der intellektuellen Bettdecke, anstatt den Konsequenzen seines Argumentes ins Auge zu sehen.

Der Nationalstaat, in dem Staatsvolk, Sprache und Territorium eine geschlossene Einheit bilden, ist historisch gesehen eine junge Erscheinung.

Dietmar Pieper, SPON

Er nimmt das naheliegende Beispiel EU als supranationale Organisation, die an Einfluss gewinnen. Die zweite Seite ist leider deutlich weniger lesenswert, weil die Argumente und Lösungen größtenteils Bekannt sind (mehr Bildung). Und er geht dabei vor allem von einem Staatsbild aus, gegen das er auf der ersten Seite argumentiert hat, aber die Tapetenfarbe ist bekanntlich besonders auf der Titanic wichtig.

  1. Die detaillierte Version des Argumentes stand in der ersten Version dieses Postings. Ich habe sie rausgenommen und werde sie morgen als eigenes Update veröffentlichen. Update Ich habe die detaillierte Argumentation veröffentlicht: Das Ende der Staatlichkeit. []

Posted in Politik, Zukunft | No Comments »

Zwei kurze Gedanken

October 11th, 2010

Eigentlich zwei lange Gedanken, die jedesmal wenn ich in letzter Zeit etwas bloggen wollte das Posting haben anschwellen lassen bis ich keine Zeit mehr hatte:

  • Staaten lösen sich auf. Symptome davon sind S21 und die Resonanz auf Thilo Sarrazins Buch auf der einen Seite. Und auf der anderen Seite die theoretische Frage, ob im Angesicht von Stuxnet ein souveräner Akteur noch Land braucht.1
  • Kann die Komplexität moderner Gesellschaften noch gemanagt werden? Das hängt etwas abstrakter mit den obigen Punkten zusammen. Wenn sich die Gesellschaft immer mehr ausdifferenziert, wie funktioniert noch Politik. Sind bromierte Flammschutzmittel eine sinnvolle Idee? Kann die politische Meinung von jemandem ernst genommen werden, der strukturierte Wertpapiere nicht versteht?
  1. Souverän im Sinne von realpolitischer Souveränität, das man Interessen durchsetzen kann. []

Posted in Politik, Zukunft | 1 Comment »

Die zwei Parteien SPD

September 20th, 2010

Bei der letzten Bundestagswahl erreichte die SPD nur noch 23% der Zweitstimmen und ein ebenso verheerendes Ergebnis der Erststimmen. Zusätzlich ist bei jedem Artikel über die SPD auffällig, mit wie viel Häme die Partei in den Kommentaren überschüttet wird. Dies sind Symptome einer Krise die, besonders vor der Wahl, auch in den etablierten Medien wahrgenommen wurde. Je nach politischer Position des Kommentators wurde diese Krise entweder durch den Verrat der SPD an den eigenen politischen Überzeugungen oder als zu wenig Modernisierung des Parteiprogramms dargestellt. Diese beiden Analysen sind nur dann nicht widersprüchlich, wenn man die SPD als eine Partei auffasst in der zwei grundlegende Politikstile vertreten waren.
Read the rest of this entry »

Posted in Politik | No Comments »

Barack Obama

August 29th, 2008

Nach der Rede von Barack Obama heute morgen werden wieder einige Kom- mentatoren die Obamania mit dem Hinweis kritisieren, dass Obama für das Amt des US-Präsidenten kandidiert. Denken sie wirklich, die 200.000 in Berlin und die mehr als 70% der deutschen Bevölkerung die ihn wählen würden sind so naiv?

Zuerst und vor allem verkörpert Obama das Gegenbild zu George W. Bush und seinen Neocons, und allein diese Tatsache macht ihn für sehr viele Europäer zum Erlöser.

Joschka Fischer

Natürlich stimmt das. Aber es wird den vielen die Obama, angeblich unkritisch, zujubeln nicht entgangen sein, dass er für das Amt des US Präsidenten kandidiert -und nicht für das Amt des Dalai Lama. Deshalb wird er selbstverständlich US Interessen vertreten. Und jeder der sich seine Rede in Berlin angehört hat weiß das auch:

This is the moment when we must renew our resolve to rout the terrorists who threaten our security in Afghanistan, and the traffickers who sell drugs on your streets. No one welcomes war. I recognize the enormous difficulties in Afghanistan. But my country and yours have a stake in seeing that NATO’s first mission beyond Europe’s borders is a success. For the people of Afghanistan, and for our shared security, the work must be done. America cannot do this alone. The Afghan people need our troops and your troops; our support and your support to defeat the Taliban and al Qaeda, to develop their economy, and to help them rebuild their nation. We have too much at stake to turn back now.

Barack Obama in Berlin

Aber auch in der Außenpolitik gilt: der Ton macht die Musik!
Und eben hier ist der wesentliche Unterschied zu den Bushies. Obama wird bereits im Vorfeld die Interessen und Limitierungen der Verbündeten wahrnehmen. Und deshalb keine Konflikte provozieren, die allen Seiten nur schaden. Mit anderen Worten, er wird – hoffentlich – Realpolitik betreiben. Und die Stärke der USA realistisch einschätzen. Dann können die USA die dringend gebrauchte Führungsrolle bei der Bewältigung der globalen Probleme einnehmen, und diese Probleme können dann endlich effektiv angegangen werden. Es ist deshalb keine Begeisterung sondern Aufbruchsstimmung die in Berlin und bei anderen öffentlichen Reden Obamas die Massen mobilisiert.

Posted in Politik | No Comments »