Ich habe eben in der aktuellen c’t die Titelgeschichte „Technik für morgen“ (Auszug) gelesen. Vor der Lektüre dachte ich, dass bei der Hardware nicht mehr viel passiert, verglichen mit dem Gigahertzrennen am Anfang dieses Jahrtausends. Aber es passiert viel mehr als damals. Damals gab es zum Beispiel nur einen Typ von Massenspeicher, heute gibt es zwei.
Dann ist mir aufgefallen, dass es heute auch viel mehr Typen von Computern gibt, das hat zu dem folgendem Plot geführt.
Auf der x Achse sind jeweils das Jahr notiert, während auf der y Achse die Anzahl der damals verfügbaren Computertypen steht. Die Datenpunkte sind IBM System/360 (1964) als Vertreter des Mainframes, der C64 (1983) als einer der ersten Desktops, das erste Thinkpad (1992) für die Laptops, das erste iPhone (2007) als Smartphone, der Atomprozessor (2008) als Beginn der Netbook Ära.
Ich hatte Ursprünglich als sechsten Datenpunkt die Tabletcomputer (2010) wie das iPad angedacht, allerdings ändert sich der Plot dadurch nicht wesentlich, ebenso wenig wenn man den Atari VCS (1977) als Konsole einfügt. Das Ergebnis ist, dass sich die Anzahl der Computertypen etwa alle 20 Jahre verdoppelt.1
Oder pro Jahr um 7% steigt, aber lineare Funktionen sind langweilig
etwas schneller, wenn man iPad oder VCS dazunimmt. [↩]
Manchmal passt was ich im Internet lese gut zusammen. Heute bin ich zuerst über einen Wired Artikel gestolpert, der das Verhältnis von Google und Facebook beschreibt. Die kurze Version ist, Mark Zuckerberg will anscheinend aus Facebook eine Art Google des Social Graphs machen. Zumindest liest sich der Artikel so, als wolle er den usergenerated Content und vor allem die sozialen Verknüpfungen in Facebook nutzen einerseits Internetsuche und andererseits zielgerichtete Werbung anzubieten.
Was recht Erfolgversprechend klingt – zumindest auf den ersten Blick. Um targeted Advertising vermarkten zu können, muss er die Profile der User auswerten. Dafür müsste er aber das Vertrauen der User in Facebook ausnutzen – er nutzt ja eben die Daten die die User keinem Spammer in die Hand geben würden.
Abgesehen davon ist natürlich der Social Graph , also das automatisierte auswerten der Beziehungen zwischen den Nutzern, etwas von dem diverse Internet Visionäre seit zehn Jahren reden. Und damit bin ich bei dem nächsten Fundstück des Tages „Introducing The Computer of 2010“ eine Zukunftsvorhersage des Forbes Magazins aus dem Jahre 20001. Es ist insofern Visionär, als das man heute exakt den gleichen Artikel, mit genau den gleichen Technologien schreiben könnte (man müsste nur die Jahreszahl auf 2020 ändern . Aber eine schöner Überblick über Dinge die, seit zehn Jahren, in zehn Jahren Marktreif sein werden.
Der zweite Aspekt der mir bei der Lektüre des Wired Artikels aufgefallen ist, ist der walled Garden – das damalige Geschäftsmodell von AOL, seine User innerhalb des eigenen Netzes zu halten. Ein Ansatz mit dem schon andere gescheitert sind. Denn der Rest des Internets ist so groß, dass man auf seiner eigenen Seite immer nur das zweitbeste Anbieten kann während ein grade besser passender Dienst nur einen Mausklick entfernt ist. Mit ein wenig freier Assoziation lande ich dann bei dieser großartigen Animation über die Berliner Mauer.
Die Zeit hat heute einen wirklich guten IT Artikel veröffentlicht, und niemand ist überraschter darüber als ich. Es geht um das Grid oder Cloud Computing oder wie man es auch immer nennen will. Der Autor Marcus Rohwetter vergleicht die Entwicklung des Internets mit der Entwicklung der Stromnetzes, der öffentlichen Wasserversorgung und dem Automobil. Das erstaunliche, seine Vergleiche hinken nicht sondern sind durchaus einsichtsvoll. Ein sehr lesenswerter Artikel.