Es haben sich bei mir einige interessante Links zu der Katastrophe in Fukushima angesammelt. Am wichtigsten ist wahrscheinlich dieses Video von Fairewinds Associates. In dem Video werden die biologischen Auswirkungen des neuen Strahlenschutzstandards in Japan diskutiert.
In dem Video wird leider nicht deutlich genug darauf hingewiesen, dass die Studien unter Labor, oder besser Industriebedingungen, gemacht wurden. Kinder die in einer verstrahlten Umgebung spielen haben, auch bei gleicher Strahlendosis, ein deutlich höheres Risiko als ausgebildete Arbeiter in einem Kernkraftwerk.
Index Seite von Tepco. Die Videos sind vom 20.1.2012. Falls sie dort nicht mehr zu finden sind, hier der direkte Link (gziptes avi, 256 MB) zu einem der Videos. [↩]
Morgan Stanley diskutiert ein Szenario, in dem Deutschland aus dem Euro aussteigt. Ein solches Szenario hat den Vorteil, dass es keinen Bankrun in Deutschland gibt, und das die ein EUR denominierten Schulden sinken, wenn die D-Mark aufwertet.
Looting Main Street, wie die Wall Street Jefferson County in die Pleite trieb. Sehr lesenswert.
Europe: rise of the calculating machine, die FT kritisiert technokratische Regierungen. Das Zentrale Argument ist, dass Politiker vielleicht keine Ahnung haben, worüber sie entscheiden. Sie wissen aber, was sie entscheiden können, ohne Probleme zu kriegen.
Der Hedgefondsmanager Ray Dalio versucht verzewifelt dem Interviewer klar zu machen, dass die USA in erster Linie ein politisches Problem haben. Republikaner und Demokraten weigern sich zusammenzuarbeiten, und wenn sie doch kooperieren kommen reine Formelkompromisse heraus.
In Griechenland gibt es heute einen Generalstreik der Teilweise in Gewalt mündete. Die Gründe für diese Gewalt sind aber nicht so sehr spezifisch griechischer Natur, sondern hängen mit ungeeigneten Rettungsmaßnahmen zusammen; die Politik hofft, dass die Krise mit moderaten Mitteln gelöst werden kann. Das das der eigentliche Denkfehler ist, arbeitet heute der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding, in der FTD heraus. Ebenso heute hat FTD.de ist ein Interview mit „dem Börsenstar“ Dirk Müller veröffentlicht, der die Krise als Krise des Wirtschaftssystems begreift.
Müller: Die Bürger müssen immer mehr Gas geben, immer mehr Jobs annehmen, kriegen aber immer mehr Leistungen gekürzt – und irgendwann geht es nicht mehr. Dann können die Bürger und damit auch der Staat die Belastungen aus diesem Schuldendienst nicht mehr leisten. Und dann kommt es immer wieder zum gleichen Ergebnis.
Diese Sichtweise wird von diesem Plot gestützt. Das Einkommen der US Haushalte sinkt nicht erst seit der Finanzkrise, sondern bereits seit dem Platzen der Internetblase 2000.
Zum Schluss noch ein paar Links, die vielleicht ein wenig Licht auf die Krise werfen können.1
„Das Endspiel“ eine halbwegs aktuelle Zusammenfassung der Hintergründe der Eurokrise vom Tagesanzeiger. Im wesentlichen wird der Aspekt der Bankenkrise beleuchtet.
Es gibt eine Video Reihe von Chris Martenson, „The Crash Course,“ die mit Vorsicht zu genießen ist, er ist Zinskritiker, aber solange er nicht von Geld redet ist es eine durchaus gelungene Reihe.
Die schwarze Linie ist der FAO Food Price Index, ein Index der globale Nahrungsmittelpreise abbilden soll, die roten Linien sind verschiedene, wie der arabische Frühling. Das Inset zeigt die Entwicklung des Indexes seit 1990.
Und zum Schluß etwas Geschichte. „Keynes, Schumpeter and the Great Post-War Mistake“ Sowohl Keynes als auch Schumpeter haben sich nach dem ersten Weltkrieg zu der Nachkriegsordnung Österreichs geäußert. Und im Gegensatz zu dem damaligen Stammtisch waren beide der Meinung, auch ein Österreich in seiner heutigen Form ist lebensfähig. (Nach ungefähr neunzig Jahren kann man ihnen da wohl zustimmen).
Dieses Posting hat mal als ein Cashe-Flush angefangen. [↩]
Over the last week, I have encountered three separate (and seemingly unrelated) attacks on democracy, written by residents of the US and Europe from highly-visible spots in the political-economic media system.
Die drei Angriffe kommen von Leuten die weit Oben in der Hierarchie unseres Sozio-Ökonomischen Systems stehen. Also von Leuten die relativ viel zu Verlieren haben, es mit solchen Bemerkungen also wahrscheinlich ernst meinen.
Und weil es so schön passt: Stefan hat beim Geschichtsblog eine zweiteilige Serie über das Ende der römischen Politik gepostet (Teil 1, 2).
Die Gema hat ein Positionspapier über Urheberrechte und verwaiste Werke veröffentlicht, fefe kommentiert recht passend:
Ich frage mich ja, ob die GEMA tatsächlich glaubt, irgendeinem Künstler geholfen zu haben, indem sie Youtube kaputtgemacht haben.
Als Update zu Futureshock, ein Interview mit Alvin und Heidi Toffler: Surfing The Third Wave. Darin geht es vor allem um die drei Wellen Theorie der Tofflers, die die Ausbreitung von technischen Revolutionen in Wellen postuliert. Die erste Welle war der Ackerbau, der vor zehntausend Jahren in dem fruchtbaren Halbmond begann und sich von dort ausbreitete. Diese Welle hat inzwischen fast jeden erreicht. Die zweite Welle war die industrielle Revolution, die in England begann. Diese Welle hat jeden der nicht subsistenz Farmer ist erreicht. Die dritte Welle ist die Informationstechnologie. Die Wellenfront nennen wir normalerweise Schwellenländer. Diese Welle ändert insbesondere die Rolle der Arbeiter
You’ve said that second-wave entities are predicated on hierarchical structures where the people at the top know everything the people on the bottom need to do, whereas in third-wave structures the person on the bottom is the one who’s dealing with the situation in real time, and so they’re the ones who have to know this stuff.
Das ZDF experimentiert wieder mit dem elektrischem Reporter, oder seinen Nachfolger, vieleicht dem elektronischem Reporter. Die beste Folge bisher finde ich „Uebermorgen.TV“
Ich habe leider die letzten paar Wochen wenig Zeit gehabt. Aber ich hoffe wieder regelmäßiger Posten zu können.
Trotzdem hat sich in den letzten Wochen einiges angesammelt, worüber ich gerne Schreiben würde und einiges worüber ich gerne geschrieben hätte, dass aber aus Zeitgründen nicht geschafft habe. Daher hier ein paar Quellen mit kurzen Kommentaren.
Zuerst einmal eine längere Zusammenfassung von Kurzweils Version der Singularität. Ich habe mich zwar immernoch nicht entschieden, ob die Idee nicht wesentlich zu optimistisch ist, ich habe aber auch noch kein gutes Gegenargument gefunden.
Dazu halbwegs passend, “Neither Gods nor Goo.” Der Hinweis, dass Nanotechnologie nicht so schlimm wird, wie es Michael Crichton sich ausmalt. Aber sicher auch Probleme mit sich bringt.
Weniger über die Singularität, als vielmehr über die absehbare Entwicklung der internationalen Politik ist dieser NYTimes Artikel. Sehr interessant ist die darin der EU vorhergesagte Rolle.
Und zum Schluss ein sowohl lehrreicher als auch unterhaltsamer Talk von Thomas Barnett über die Lehren die die USA aus dem Irakkrieg ziehen sollten.
50 Jahres Vorhersage von Theo Sommer
Theo Sommer beginnt mit einem Rückblick auf die letzten 50 Jahre. In meinen Augen unterschätzt er die sich abzeichnenden globalen Probleme Herausforderungen, Globale Erwärmung, Peak-Oil und Verschmutzung der Meere.
Allerdings gute Einordnung des Kriegs gegen den Terror, als lang andauernden Polizeieinsatz und nicht als beherrschendes Thema der nächsten Jahre.