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Archive for the 'Zukunft' Category

Staatlichkeit as in Feudalism

November 19th, 2013

26.11.12 Verschiedene sehr aehnliche Links:

When It Comes to Security, We’re Back to Feudalism Bruce Schneier
BS weist darauf hin, das der Lock-In bei cloud providern strukturell dem mittelalterlichen feudalismus immer aehnlicher wird.

Mark Zuckerberg, the new dictator of Facebookistan Dazu passt gut dieser Ars Technica Kommentar zu Facebooks neuer kommunikations strategie. (FB schafft die eigentliche nie beworbene User Abstimmungen wieder abzuschaffen).

Das heilige Versprechen Frank Schirmacher über die Illusionen der digitalen Revolution, der Verhypung der Nachrichten und neue Gesellschaftsmodelle.

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Cache Flush: Lohn der Maschinen

February 19th, 2013

Ein paar Links, zu denen ich eigentlich etwas substantielle schreiben wollte.

Paul Krugman über die relativ schnell steigende Anzahl von Robotern in der Produktion und was das für die Arbeiter bedeutet. Mittelfristig sollte es eigentlich keine Änderung geben, weil die Arbeiter nun Maschinen überwachen. Allerdings scheinen die Beobachtungen eher darauf hinzudeuten, dass die Arbeit nicht komplett ersetzt wird.

Zu dem gleichen Thema noch zwei andere Links, besonders „Are jobs obsolete?“ ist interressant. Darin wird argumentiert, dass wir1 eigentlich nur die Früchte unserer Arbeit haben wollen, aber nicht die Arbeit selbst. Deshalb ist es eigentlich positiv wenn wir hundert Arbeiter durch fünfzig ersetzen können, dann fünfundzwanzig einen neuen Job finden und die anderen fünfundzwanzig die Automatisierung in Form von Freizeit genießen können. Der Kuchen ist ja gewachsen und trotzdem kommen wir mit weniger Arbeitskraft aus.

  1. Als Teil einer Sozio-Ökonomischen Gemeinschaft. []

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Nahrungsmittel

October 11th, 2012

Eine wichtige Quelle sozialer Unruhen, besonders in Entwicklungsländern, sind die Nahrungsmittelpreise. Einerseits weil hohe Nahrungsmittelpreise jedem bei fast jedem Einkauf auffallen, andererseits kann niemand komplett auf Nahrung verzichten. Der arXiv Blog hat vor einiger Zeit mal auf ein Paper hingewiesen, dass diesen Zusammenhang zwischen Unruhen und Preisen betrachtet. Die Autoren, Lagi & al., finden, dass bei einem Food Price Index von mehr als ungefähr 180 die Zahl der Unruhen deutlich steigt. Und das der langfristige Trend im nächsten Jahr so weit klettert. Im Moment hat sich die Lage etwas entspannt, allerdings auf einem sehr hohen Niveau.
FAO Food Price Index
Heute hat der Guardian eine interessante Geschichte veröffentlicht, warum die Preise wahrscheinlich im Winter steigen werden, genannt wird vor allem die Dürre in den USA. Das sollte nach dieser Logik für einen recht heißen Winter sorgen.

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Neil Armstrong 5.8.1930 – 25.8.2012

August 26th, 2012

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Paul Graham Gap

July 1st, 2012

Paul Graham hat in einem alten Essay argumentiert, dass eine Ungleichheit des Einkommens notwendig und wünschenswert sei. Notwendig, da die Einkommensunterschiede einen Unterschied der Fähigkeiten reflektieren und wünschenswert, da sie die herausragenden Individuen anspornen.1

Die herausragenden Fähigkeiten sind ein Argument, dass für Sportler gut funktioniert, aber nicht gut für Vorstandsvorsitzende, genau anders herum als es Neoliberale gerne hätten. Der Grund ist, dass eine Erstliga Mannschaft ungefähr 50.000 Zuschauer zu jedem Heimspiel anzieht. Das bedeutet ein einzelner Spieler generiert mehr als 25.000 EUR Einnahmen pro Woche ( und wird entsprechend bezahlt). Ein Zweitliga Spieler, der nur fast genauso talentiert ist wie ein Spieler in der Bundesliga, bestenfalls ein Zehntel davon. Die Einkommensunterschiede sind auch in dieser Größenordnung, eine wenig mehr Talent wird daher enorm gut vergütet.
Im Gegensatz dazu funktioniert das selbe Argument nicht bei Managern, der unmittelbare Wert wird nicht von ihnen sondern von den Arbeitern erzeugt. Die Rolle des Managements ist es, eine Umgebung zu schaffen in der die Arbeiter produktiv sind. Und der Erfolg eines Manager basiert deshalb nicht nur auf eigenen Fähigkeiten, sondern auch auf den Fähigkeiten seiner Untergebenen.

In einem späteren Absatz, „The Lever of Technology“ findet sich noch eine sehr interessant Beobachtung.

Technology should increase the gap in income, but it seems to decrease other gaps. A hundred years ago, the rich led a different kind of life from ordinary people. They lived in houses full of servants, wore elaborately uncomfortable clothes, and travelled about in carriages drawn by teams of horses which themselves required their own houses and servants. Now, thanks to technology, the rich live more like the average person.

Die technologische Entwicklung egalisiert die Einkommensunterschiede, es gibt keinen Weg ein deutlich besseres Telefon zu bekommen, in dem man viel mehr Geld ausgibt. Zumindest nicht in der im Vergleich zu den Königen des 17. Jahrhunderts, die ein eigenes Reiternetzwerk hatten, um private Nachrichten auszutauschen.

  1. In dem Essay gibt es noch ein paar Argumente mehr, die ich hier nicht kommentieren werde. []

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Unterseekabel

May 5th, 2012

Es gibt einen alten Wired Artikel von Neal Stephenson über Unterseekabel im Allgemeinen, das FLAG Projekt im Besonderen und eine Weltreise.1

Today, another 120 years later, we take wires completely for granted. This is most unwise. People who use the Internet (or for that matter, who make long-distance phone calls) but who don’t know about wires are just like the millions of complacent motorists who pump gasoline into their cars without ever considering where it came from or how it found its way to the corner gas station. That works only until the political situation in the Middle East gets all screwed up, or an oil tanker runs aground on a wildlife refuge. In the same way, it behooves wired people to know a few things about wires – how they work, where they lie, who owns them, and what sorts of business deals and political machinations bring them into being.

Neal Stephenson

Deshalb als Einstieg zu dem Thema zwei Moderne Links:

  1. Der Artikel erinnert sehr an das Cryptonomicon, ist aber älter. []

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Zwei Links

March 29th, 2012

Ars Technica hat zwei interessante Artikel:

Datenschutz und Geschichtsfälschung

February 28th, 2012

Im letzten Jahrhundert gab es häufig getrennte Domänen der Informationen, jemand der eine Kreuzfahrt buchen wollte ging ins Reisebüro der White Star Line. Jemand der die Geschichte der Titanic nachschlagen wollte ging in die Bibliothek. Diese Mauern zwischen diesen getrennten Domänen brechen heute zusammen; Google weiß nicht, ob ich nach Unglücken oder nach einem Reisebüro suche.1

Ein besonders drastisches Beispiel hat Ars Technica heute aufgegriffen: Vor 34 Jahren explodierte ein Tanklaster in der nähe des Campingplatzes Los Alfaques. 217 Menschen verbrannten und weitere dreihundert wurden verletzt. Ein Unglück, dass natürlich damals von verschiedenen Zeitungen und heute auch von Wikipedia aufgegriffen wird. Deshalb zeigt Google bei seiner Ergebnisseite zum Stichwort “Los Alfaques camping” Bilder,2 die einem Problemlos der Urlaub verderben können. Dagegen hat nun der Betreiber des Campingplatzes geklagt. Interessant ist, dass es nicht darum geht die Berichterstattung zu verbieten, sondern nur die Aufbereitung der Suchergebnisse.

Dieses Zusammenbrechen der Informationsdomänen ist auch ein Kennzeichen für die Datenschutzdebatten. Das Problem ist nicht, das es Bilder gibt, das Problem ist, dass der Arbeitgeber sie sehen kann.

  1. Das ist die berühmte Semantische Suche, seid zehn Jahren immer nur drei Jahre in der Zukunft. []
  2. Screenshot, direkter Google Link hier. []

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Anonymus gegen die Zetas

November 6th, 2011

Das mexikanische Drogenkartell „Los Zetas“ hat ein Anonymus Mitglied1 entführt. Darauf hat Anonymus reagiert, indem sie die Enttarnung von Zeta Mitgliedern androhten. Und das erfolgreich, der Entführte wurde freigelassen. Gleichzeitig haben die Zetas angedroht zehn Menschen zu erschießen für jeden enttarnten Zeta.

In diesem Blog wurde bereits früher argumentiert, dass in der Zukunft der Nationalstaat nicht mehr unbedingt die wichtigste Organisationsform menschlichen Zusammenlebens sein wird. Im wesentlichen weil der soziale Zusammenhalt der einen Staat ausmacht unter Druck gerät. Und, in diesem Fall wichtiger, das die Fähigkeit Gewalt anzuwenden nicht mehr exklusiv an die Kontrolle des eigenen Territoriums gebunden ist. In dem Fall von Zetas gegen Anonymus haben zwei nicht staatliche Akteure sich gegenseitig ernste Konsequenzen angedroht, also klassische Abschreckung. Und darüber hinaus, dass beide sich, bis jetzt zumindest, an die Abschreckung gehalten. Ein Muster das aus dem kalten Krieg bekannt ist. Bis jetzt hat Anonymus daher bewiesen, das sie eine glaubwürdige Drohkulisse gegen einen nicht staatlichen Akteur2 aufbauen können. Sollte Anonymus es schaffen eine ähnliche Drohkulisse auch gegen einen Staat aufzubauen, dann könnten sie tatsächlich eigene Souveränitätsrechte durchsetzten.

  1. Anonymus Mitglied ist natürlich ein Oxymoron. []
  2. Vielleicht auch quasi-staatlichen Akteur. []

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Und dann auch noch Finanzkrise

October 31st, 2011

Die aktuellen Schlagzeilen werden von einer lösbaren Krise, der Finanzkrise beherrscht. Die Finanzkrise ist eine Krise die unser politisches und ökonomisches System hervorgebracht hat und die auch dort gelöst werden könnte. Konservative Ökonomen wollen Staaten und Banken pleite gehen lassen, progressivere lieber in ein oder der anderen Weise Geld drucken. Beide Seiten scheinen sich aber einig zu sein, dass die Krise im Kern aus zu vielen Schulden besteht. Es kostet deshalb nicht mehr als eine Unterschrift unter ein Gesetzestext um die Krise zu beenden. Gleichzeitig gibt es aber nicht nur eine, sondern eine ganze Reihe von Herausforderungen die in diesem Jahrzehnt nicht ignoriert werden können. Diese Krisen sind lange bekannt, ohne das ernsthaft etwas unternommen worden ist.

DieWaldbrand im Bitterroot National Forrest erste dieser Krisen ist der Klimawandel, eine globale Krise, die auf fast jeden Bereich der Politik Druck ausübt. Der Klimawandel wird nur selten akut, betrifft aber als globale Krise fast jeden Aspekt der Politk. Wir könnten uns an den Wandel anpassen, mit höheren Spundwänden gegen Sturmfluten, einer Veränderten Ackerfolge und besseren Bewässerungssystemen gegen ausbleibenden Regen und einer Fülle anderer Maßnahmen. Es muss aber passieren. Der Klimawandel ist darüber hinaus keine neue Entdeckung, die ersten Berechnungen stammen aus den siebziger Jahren, das IPCC wurde bereits Ende der achtziger Jahren gegründet.

Dazu kommt eine Energiekrise, „Peak Oil,“ das Ende des billigen Öls. Vor zehn Jahren kam das meiste Öl aus Feldern die einfach zu fördern sind, heute wird begonnen Ölsande und Tiefsee-Öl zu fördern, die weniger Ertrag für die eingesetzte Energie und die eingesetzte Arbeitskraft bieten. Daraus entsteht eine Krise, weil ein immer größerer Teil der globalen Wirtschaft auf die Energiegewinnung verwendet werden muss. Es kann also weniger Produziert werden. Das uns eines Tages das Öl ausgeht ist auch nicht weiter überraschend, die ersten Vorhersagen gab es in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts.

Diese beiden Probleme, die Ölkrise und die globale Erwärmung, bereiten zusammen den Boden für eine Nahrungsmittelkrise. Auf der einen Seite sorgt der Klimawandel dafür, dass es andere Temperaturen und mehr oder weniger Regen gibt. Die Bauern müssen sich an die neuen Bedingungen anpassen. Auf der anderen Seite verschlingen Trecker, Kunstdünger und der Transport von Lebensmitteln enorme Mengen Öl. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 26 Kalorien aus Öl gewonnen werden müssen um eine Kalorie Rindfleisch zu erzeugen. Die gemeinsame Folge dieser beiden Probleme ist daher, dass es weniger Nahrungsmittel zu verteilen gibt. Sie werden teurer, mit allen Problemen die im Moment im arabischen Raum zu besichtigen sind.

Zu diesem Komplex der Umweltprobleme im weiteren Sinne, die durchaus schon länger bekannt sind – es gibt seit dreißig Jahren sogar eine Partei die sich darum kümmert, gibt es natürlich auch noch eine Fülle von weiteren Katastrophen, wie die Überfischung der Meere.

Dazu kommt der demographische Wandel, der in den nächsten zehn Jahren bedeutet, dass Rentner einen höheren Anteil an der Bevölkerung haben. Finanziell bedeutet der demographische Wandel entweder sinkende Renten oder höhere Rentenbeiträge. Außerdem muss sich die Gesellschaft einem höheren Anteil von Rentner und weniger Kindern anpassen. Es werden mehr Altenpfleger und Ärzte gebraucht, aber weniger Lehrer. Der demographische Wandel ist auch keine neue Beobachtung, sondern er wurde bereits in den achtziger Jahren diskutiert.

Das sind Beispiele die die Volkswirtschaft deutlich belasten werden, von denen wir wissen, dass sie mit hoher Sicherheit akut werden und die seit langer Zeit bekannt sind. Man sollte aber die Geschichte nicht mit einem Mangel an Phantasie beleidigen, es gibt, wahrscheinlich, „Unknown-Unknowns.“ Entwicklungen, die heute nicht bekannt sind, die aber wichtig werden. Ein Beispiel könnten 3D Drucker sein, eine Technologie die heute ihr Potential erahnen lässt. Ein Szenario wäre, dass in zehn Jahren 3D Drucker in jedem Haushalt stehen und nur noch komplexe, technische Geräte und „Tinte“ gekauft werden. In einem solchen Szenario können viele Firmen ihre Produkte nicht mehr verkaufen. Zumindest legt das Schicksal der Musikindustrie den Schluß nahe, dass Märkte es nicht verzeihen wenn die Produktionsmittel in jedem Kinderzimmer stehen.

Die Politische Klasse hat auf die Herausforderungen nur sehr unzureichend reagiert. Das nicht aus einem Mangel an wissen, sondern aus einem Mangel an Mut. Stattdessen hat die Politik dieser List noch eine schwere Wirtschaftskrise hinzugefügt. Sie hat die Banken solange dereguliert und darüber hinaus Aktienmärkte mit „Volksaktien“ und Riester-Renten aufgeblasen, bis es eine schwere Bankenkrise gab, 2008. Danach hat sie aus einem eigentlich kleinen Problem, Griechenland – ca. 3% des BIP der Eurozone, einen Flächenbrand entstehen lassen. Und das alles in einer Zeit in der es angezeigt gewesen wäre, die Wirtschaft zu stabilisieren um lange bekannte Probleme zu umgehen.

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