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Archive for the 'Zukunft' Category

Unterseekabel

May 5th, 2012

Es gibt einen alten Wired Artikel von Neal Stephenson über Unterseekabel im Allgemeinen, das FLAG Projekt im Besonderen und eine Weltreise.1

Today, another 120 years later, we take wires completely for granted. This is most unwise. People who use the Internet (or for that matter, who make long-distance phone calls) but who don’t know about wires are just like the millions of complacent motorists who pump gasoline into their cars without ever considering where it came from or how it found its way to the corner gas station. That works only until the political situation in the Middle East gets all screwed up, or an oil tanker runs aground on a wildlife refuge. In the same way, it behooves wired people to know a few things about wires – how they work, where they lie, who owns them, and what sorts of business deals and political machinations bring them into being.

Neal Stephenson

Deshalb als Einstieg zu dem Thema zwei Moderne Links:

  1. Der Artikel erinnert sehr an das Cryptonomicon, ist aber älter. []

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Zwei Links

March 29th, 2012

Ars Technica hat zwei interessante Artikel:

Datenschutz und Geschichtsfälschung

February 28th, 2012

Im letzten Jahrhundert gab es häufig getrennte Domänen der Informationen, jemand der eine Kreuzfahrt buchen wollte ging ins Reisebüro der White Star Line. Jemand der die Geschichte der Titanic nachschlagen wollte ging in die Bibliothek. Diese Mauern zwischen diesen getrennten Domänen brechen heute zusammen; Google weiß nicht, ob ich nach Unglücken oder nach einem Reisebüro suche.1

Ein besonders drastisches Beispiel hat Ars Technica heute aufgegriffen: Vor 34 Jahren explodierte ein Tanklaster in der nähe des Campingplatzes Los Alfaques. 217 Menschen verbrannten und weitere dreihundert wurden verletzt. Ein Unglück, dass natürlich damals von verschiedenen Zeitungen und heute auch von Wikipedia aufgegriffen wird. Deshalb zeigt Google bei seiner Ergebnisseite zum Stichwort “Los Alfaques camping” Bilder,2 die einem Problemlos der Urlaub verderben können. Dagegen hat nun der Betreiber des Campingplatzes geklagt. Interessant ist, dass es nicht darum geht die Berichterstattung zu verbieten, sondern nur die Aufbereitung der Suchergebnisse.

Dieses Zusammenbrechen der Informationsdomänen ist auch ein Kennzeichen für die Datenschutzdebatten. Das Problem ist nicht, das es Bilder gibt, das Problem ist, dass der Arbeitgeber sie sehen kann.

  1. Das ist die berühmte Semantische Suche, seid zehn Jahren immer nur drei Jahre in der Zukunft. []
  2. Screenshot, direkter Google Link hier. []

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Anonymus gegen die Zetas

November 6th, 2011

Das mexikanische Drogenkartell „Los Zetas“ hat ein Anonymus Mitglied1 entführt. Darauf hat Anonymus reagiert, indem sie die Enttarnung von Zeta Mitgliedern androhten. Und das erfolgreich, der Entführte wurde freigelassen. Gleichzeitig haben die Zetas angedroht zehn Menschen zu erschießen für jeden enttarnten Zeta.

In diesem Blog wurde bereits früher argumentiert, dass in der Zukunft der Nationalstaat nicht mehr unbedingt die wichtigste Organisationsform menschlichen Zusammenlebens sein wird. Im wesentlichen weil der soziale Zusammenhalt der einen Staat ausmacht unter Druck gerät. Und, in diesem Fall wichtiger, das die Fähigkeit Gewalt anzuwenden nicht mehr exklusiv an die Kontrolle des eigenen Territoriums gebunden ist. In dem Fall von Zetas gegen Anonymus haben zwei nicht staatliche Akteure sich gegenseitig ernste Konsequenzen angedroht, also klassische Abschreckung. Und darüber hinaus, dass beide sich, bis jetzt zumindest, an die Abschreckung gehalten. Ein Muster das aus dem kalten Krieg bekannt ist. Bis jetzt hat Anonymus daher bewiesen, das sie eine glaubwürdige Drohkulisse gegen einen nicht staatlichen Akteur2 aufbauen können. Sollte Anonymus es schaffen eine ähnliche Drohkulisse auch gegen einen Staat aufzubauen, dann könnten sie tatsächlich eigene Souveränitätsrechte durchsetzten.

  1. Anonymus Mitglied ist natürlich ein Oxymoron. []
  2. Vielleicht auch quasi-staatlichen Akteur. []

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Und dann auch noch Finanzkrise

October 31st, 2011

Die aktuellen Schlagzeilen werden von einer lösbaren Krise, der Finanzkrise beherrscht. Die Finanzkrise ist eine Krise die unser politisches und ökonomisches System hervorgebracht hat und die auch dort gelöst werden könnte. Konservative Ökonomen wollen Staaten und Banken pleite gehen lassen, progressivere lieber in ein oder der anderen Weise Geld drucken. Beide Seiten scheinen sich aber einig zu sein, dass die Krise im Kern aus zu vielen Schulden besteht. Es kostet deshalb nicht mehr als eine Unterschrift unter ein Gesetzestext um die Krise zu beenden. Gleichzeitig gibt es aber nicht nur eine, sondern eine ganze Reihe von Herausforderungen die in diesem Jahrzehnt nicht ignoriert werden können. Diese Krisen sind lange bekannt, ohne das ernsthaft etwas unternommen worden ist.

DieWaldbrand im Bitterroot National Forrest erste dieser Krisen ist der Klimawandel, eine globale Krise, die auf fast jeden Bereich der Politik Druck ausübt. Der Klimawandel wird nur selten akut, betrifft aber als globale Krise fast jeden Aspekt der Politk. Wir könnten uns an den Wandel anpassen, mit höheren Spundwänden gegen Sturmfluten, einer Veränderten Ackerfolge und besseren Bewässerungssystemen gegen ausbleibenden Regen und einer Fülle anderer Maßnahmen. Es muss aber passieren. Der Klimawandel ist darüber hinaus keine neue Entdeckung, die ersten Berechnungen stammen aus den siebziger Jahren, das IPCC wurde bereits Ende der achtziger Jahren gegründet.

Dazu kommt eine Energiekrise, „Peak Oil,“ das Ende des billigen Öls. Vor zehn Jahren kam das meiste Öl aus Feldern die einfach zu fördern sind, heute wird begonnen Ölsande und Tiefsee-Öl zu fördern, die weniger Ertrag für die eingesetzte Energie und die eingesetzte Arbeitskraft bieten. Daraus entsteht eine Krise, weil ein immer größerer Teil der globalen Wirtschaft auf die Energiegewinnung verwendet werden muss. Es kann also weniger Produziert werden. Das uns eines Tages das Öl ausgeht ist auch nicht weiter überraschend, die ersten Vorhersagen gab es in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts.

Diese beiden Probleme, die Ölkrise und die globale Erwärmung, bereiten zusammen den Boden für eine Nahrungsmittelkrise. Auf der einen Seite sorgt der Klimawandel dafür, dass es andere Temperaturen und mehr oder weniger Regen gibt. Die Bauern müssen sich an die neuen Bedingungen anpassen. Auf der anderen Seite verschlingen Trecker, Kunstdünger und der Transport von Lebensmitteln enorme Mengen Öl. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 26 Kalorien aus Öl gewonnen werden müssen um eine Kalorie Rindfleisch zu erzeugen. Die gemeinsame Folge dieser beiden Probleme ist daher, dass es weniger Nahrungsmittel zu verteilen gibt. Sie werden teurer, mit allen Problemen die im Moment im arabischen Raum zu besichtigen sind.

Zu diesem Komplex der Umweltprobleme im weiteren Sinne, die durchaus schon länger bekannt sind – es gibt seit dreißig Jahren sogar eine Partei die sich darum kümmert, gibt es natürlich auch noch eine Fülle von weiteren Katastrophen, wie die Überfischung der Meere.

Dazu kommt der demographische Wandel, der in den nächsten zehn Jahren bedeutet, dass Rentner einen höheren Anteil an der Bevölkerung haben. Finanziell bedeutet der demographische Wandel entweder sinkende Renten oder höhere Rentenbeiträge. Außerdem muss sich die Gesellschaft einem höheren Anteil von Rentner und weniger Kindern anpassen. Es werden mehr Altenpfleger und Ärzte gebraucht, aber weniger Lehrer. Der demographische Wandel ist auch keine neue Beobachtung, sondern er wurde bereits in den achtziger Jahren diskutiert.

Das sind Beispiele die die Volkswirtschaft deutlich belasten werden, von denen wir wissen, dass sie mit hoher Sicherheit akut werden und die seit langer Zeit bekannt sind. Man sollte aber die Geschichte nicht mit einem Mangel an Phantasie beleidigen, es gibt, wahrscheinlich, „Unknown-Unknowns.“ Entwicklungen, die heute nicht bekannt sind, die aber wichtig werden. Ein Beispiel könnten 3D Drucker sein, eine Technologie die heute ihr Potential erahnen lässt. Ein Szenario wäre, dass in zehn Jahren 3D Drucker in jedem Haushalt stehen und nur noch komplexe, technische Geräte und „Tinte“ gekauft werden. In einem solchen Szenario können viele Firmen ihre Produkte nicht mehr verkaufen. Zumindest legt das Schicksal der Musikindustrie den Schluß nahe, dass Märkte es nicht verzeihen wenn die Produktionsmittel in jedem Kinderzimmer stehen.

Die Politische Klasse hat auf die Herausforderungen nur sehr unzureichend reagiert. Das nicht aus einem Mangel an wissen, sondern aus einem Mangel an Mut. Stattdessen hat die Politik dieser List noch eine schwere Wirtschaftskrise hinzugefügt. Sie hat die Banken solange dereguliert und darüber hinaus Aktienmärkte mit „Volksaktien“ und Riester-Renten aufgeblasen, bis es eine schwere Bankenkrise gab, 2008. Danach hat sie aus einem eigentlich kleinen Problem, Griechenland – ca. 3% des BIP der Eurozone, einen Flächenbrand entstehen lassen. Und das alles in einer Zeit in der es angezeigt gewesen wäre, die Wirtschaft zu stabilisieren um lange bekannte Probleme zu umgehen.

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Mal wieder Wirtschaftskrise

October 20th, 2011

In Griechenland gibt es heute einen Generalstreik der Teilweise in Gewalt mündete. Die Gründe für diese Gewalt sind aber nicht so sehr spezifisch griechischer Natur, sondern hängen mit ungeeigneten Rettungsmaßnahmen zusammen; die Politik hofft, dass die Krise mit moderaten Mitteln gelöst werden kann. Das das der eigentliche Denkfehler ist, arbeitet heute der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding, in der FTD heraus. Ebenso heute hat FTD.de ist ein Interview mit „dem Börsenstar“ Dirk Müller veröffentlicht, der die Krise als Krise des Wirtschaftssystems begreift.

Müller: Die Bürger müssen immer mehr Gas geben, immer mehr Jobs annehmen, kriegen aber immer mehr Leistungen gekürzt – und irgendwann geht es nicht mehr. Dann können die Bürger und damit auch der Staat die Belastungen aus diesem Schuldendienst nicht mehr leisten. Und dann kommt es immer wieder zum gleichen Ergebnis.

Diese Sichtweise wird von diesem Plot gestützt. Das Einkommen der US Haushalte sinkt nicht erst seit der Finanzkrise, sondern bereits seit dem Platzen der Internetblase 2000.

Entwicklung des Realeinkommens der Amerikaner.

Das inflationsbereinigte Einkommen amerikanischer Haushalte. Von 1993 bis 2000 war Bill Clinton Präsident. (Quelle:Off the Charts, via Paul Krugmans sehr lesenswertem Posting)

Und man muss wohl nicht gesondert darauf hinweisen, dass es nicht nur in Europa sondern weltweit Krisen gibt.


Inflation Riots and Protests 2011 auf einer größeren Karte anzeigen (via)

Zum Schluss noch ein paar Links, die vielleicht ein wenig Licht auf die Krise werfen können.1

  • Das Endspiel“ eine halbwegs aktuelle Zusammenfassung der Hintergründe der Eurokrise vom Tagesanzeiger. Im wesentlichen wird der Aspekt der Bankenkrise beleuchtet.
  • Es gibt eine Video Reihe von Chris Martenson, „The Crash Course,“ die mit Vorsicht zu genießen ist, er ist Zinskritiker, aber solange er nicht von Geld redet ist es eine durchaus gelungene Reihe.
  • Der arXiv Blog berichtet über ein Paper, dass den Zusammenhang von Nahrungsmittelpreisen und Ausschreitungen untersucht. Unter anderem mit diesem schönen Graph.

    Entwicklung der Nahrungsmittelpreise und Ausschreitungen.

    Die schwarze Linie ist der FAO Food Price Index, ein Index der globale Nahrungsmittelpreise abbilden soll, die roten Linien sind verschiedene, wie der arabische Frühling. Das Inset zeigt die Entwicklung des Indexes seit 1990.
  • Und zum Schluß etwas Geschichte. „Keynes, Schumpeter and the Great Post-War Mistake“ Sowohl Keynes als auch Schumpeter haben sich nach dem ersten Weltkrieg zu der Nachkriegsordnung Österreichs geäußert. Und im Gegensatz zu dem damaligen Stammtisch waren beide der Meinung, auch ein Österreich in seiner heutigen Form ist lebensfähig. (Nach ungefähr neunzig Jahren kann man ihnen da wohl zustimmen).
  1. Dieses Posting hat mal als ein Cashe-Flush angefangen. []

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IEA: Peakoil war 2006

May 3rd, 2011

Ein Ölfeld ist kein Becken, in dem flüssiges Öl schwappt und das leer gepumpt wird. Sondern in einem Ölfeld gibt es ein Gemisch aus Gestein und Öl aus dem man mit einem einzigen Bohrloch immer nur ein wenig herausbekommt. Dann fließt Öl durch Ritzen und Poren im Gestein nach und man kann wieder ein klein wenig fördern. Je nach dem wie viel drin ist, umso einfacher oder schwerer ist es eine bestimmte Menge am Tag zu fördern. Am Ende des Lebens eines Ölfeldes ist es deshalb immer schwerer das nächste Barrel zu fördern. Peak Oil bezeichnet den Zeitpunkt, an dem die meisten Felder dahinsiechen und man deshalb global nicht mehr so viel Öl fördern kann, wie man es noch gestern konnte. Die Weltweite Fördermenge sinkt und der Preis steigt.

When we look at the oil markets the news is not very bright. We think that the crude oil production has already peaked in 2006.

Dr Fatih Birol, Chief Economist and Head of the Economic Analysis Division der IEA (Video)

Das bedeutet, dass die bekannten Reserven nicht ausreichen werden um den Abstieg der globalen Produktion zu stoppen.

The age of cheap energy is over. The only question now is, will the extra rent from dearer energy go to an ever smaller circle of producers, or will it be directed back into the domestic economies of the consumers, with the added benefits of increased environmental sustainability?

Nobuo Tanaka, Executive Director der IEA

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Krisen dauern – Dauerkrisen

April 27th, 2011

2011 scheint ein Jahr der Krisen zu sein. In der Maghreb gibt es Revolutionen, den Anfang machte Tunesien im Januar. Das führte zu dem Militäreinsätzen in Libyen – durch die NATO – und in Bahrein – durch Saudi Arabien und die Vereinigten arabischen Emirate. Im März gab es das Erdbeben in Japan und die nukleare Krise in Fukushima. Und aktuell sieht es so aus, als könnte mit dem Playstation Network FAIL eine Internetkrise ähnlicher Größenordnung dazukommen.1 Über all dem schwebt natürlich auch noch die Finanzkrise mit ihrem aktuellen Kapitel Staatspleiten.

Bemerkenswert an all diesen Krisen ist ihre Dauer. Bei einem Flugzeugabsturz, oder sogar am 9/11, ist die akute Krise nach ein paar Stunden vorbei, danach wird aufgeräumt. Bei einem spektakulären Prozess verlassen die Reporter nach der Zeugenbefragung den Gerichtssaal, das Urteil ist dann nur noch eine Kurzmeldung. Aber diese Nachrichten begleiten uns nun schon Monate.

  1. 50 M Datensätze sind recht sportlich. []

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Futureshock

November 20th, 2010

Manchmal gibt es Prophezeiungen die ziemlich gut treffen, eine davon scheint Alvin und Heidi Tofflers Buch „Futureshock“ zu sein.

Futureshock is a sickness, which comes from too much change in too short time.

Orson Wells, 1972

Die Tofflers prophezeiten eine Welt in der viele Menschen nicht mehr wissen, was die Zukunft oder der morgige Tag bringt. Diese Leute haben Angst, sie verstehen die Zukunft nicht mehr. Deshalb suchen sie sich Sicherheit, in der Religion, in obskuren Kulten oder in dem festen glauben das Märkte funktionieren.
Das Video ist eine Dokumentation über seine Thesen, erzählt von Orson Wells.

Das Buch gibt es hier (pdf).

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Wie der Levante, aber mit Nukes

November 10th, 2010

In der NYT ist Bericht über den indisch kontrollierten Teil Kaschmirs erschienen, klingt überraschend stark nach den besetzten Gebieten im nahen Osten.
Die Situation dort ist auch deshalb ähnlich wie im nahen Osten, weil dort ebenso mehrere Staaten in einem nicht Krieg gefangen sind, ein Unterschied ist aber das in Kaschmir alle beteiligten Atommächte sind.

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