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Archive for the 'Uncategorized' Category
January 9th, 2012
Zwei diskussionen zu langfristigen Zukunftsvorhersagen, stand Anfang 2012:
Jon Lebkowsky Einleitung erwähnt, dass wir alle William Gibsons „The Gernsback Continuum“ lesen sollten: „as preparation for the next two weeks. “
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December 22nd, 2011
Theoretisch ist einer der großen Vorteile des Internets gegenüber Zeitungen, dass man Animationen und interaktive Elemente in Webseiten einbauen kann. Leider werden diese Möglichkeiten nur relativ selten genutzt. Wahrscheinlich weil es auf Seiten der großen Nachrichtenseiten entweder an geeignetem Personal oder an Gewohnheit fehlt. Seit ein paar Monaten scheint sich das aber zu ändern, ein einfaches Applet um sich die italienische Staatsverschuldung in Abhängigkeit von ein paar Parametern anzuschauen gibt es bei Reuters. Und heute hat Bloomberg eine schöne Animation des Überwachungsmarktes veröffentlicht. Auf der Karte werden die Exporteure der Überwachungstechnik mit den Ländern die sie einsetzen in Beziehung gesetzt. Dort lernt man zum Beispiel, dass Deutschland eines der Länder ist, dass Überwachungstechnik nach Syrien liefert. Der Vollständigkeit halber sei auch auf die Visualisierung der Spyfiles bei Wikileaks hingewiesen.
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December 19th, 2011
Das Mooresche Gesetz besagt, dass sich die Anzahl der Transistoren auf einem Computerchip alle 18 Monate verdoppelt. Das wird schön auf dieser Grafik veranschaulicht, die heute bei reddit verlinkt wurde. (Dort gab es eine Diskussion warum sich die Taktfrequenz heute nicht mehr weiter erhöht. Lesenswert.)

Die Grüne Linie ist die Anzahl der Transistoren und wie man sieht, beschleunigt sich das Wachstum eher noch. Das Mooresche Gesetz ist also intakt. Die anderen Kurven sind der Prozessortakt, der stagniert, insbesondere weil die elektrische Leistungsaufnahme stagniert (dritte Kurve). Die unterste Kurve ist die Anzahl der Prozessorbefehle pro Takt.
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December 13th, 2011
Wie boilingfrogspost.com erfahren haben will, sollen sich amerikanische oder NATO Truppen in Jordanien an der Grenze zu Syrien aufhalten.
According to first-hand accounts and reports provided to Boiling Frogs Post by several sources in Jordan, during the last few hours foreign military groups, estimated at hundreds of individuals, began to spread near the villages of the north-Jordan city of “Al-Mafraq”, which is adjacent to the Jordanian and Syrian border.
Dazu gibt es dann noch das Gerücht, das westliche Geheimdienste eine Basis in der nähe der Grenze errichten wollen.
Insgesamt halte ich das für ganz interessant, aber es ist eben nur ein Gerücht. (Und wahrscheinlich wurde eine US Basis aus dem Irak Kriegentdeckt.)
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December 4th, 2011
Interessante Idee, so ein Staat auf dem Ozean. Die Anhänger wollen ein Kreuzfahrtschiff oder eine Ölplattform umbauen und sich unabhängig Erklären.
Seasteading: Libertarians dream of creating self-ruling floating cities. But can the many obstacles, not least the engineering ones, be overcome?
Teaser des Economist Artikels
Was mir dabei aber nicht einleuchtet, wieso Libertäre soetwas machen wollen. Mein Eindruck ist, dass libertäre Ideen am besten bei sehr niedrigen Bevölkerungsdichten funktionieren, also wenn es im Umkreis von ein paar hundert Kilometern nur Nebraska gibt. Auf der anderen Seite wird bei hohen Bevölkerungsdichten, in einem Wohnblock oder auf einem Kreuzfahrtschiff, unmittelbar die Notwendigkeit einer formalen Konfliktvermeidung deutlich. Denn es muss klar sein, wer das Treppenhaus fegt oder wie laut die Musik sein darf. Deshalb denke ich, dass so ein Seastead eher eine sehr regulierte Gesellschaft ist, keine nahezu komplett deregulierte.
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December 1st, 2011
Das Fragt sich Jonathan Zittrain.
A flowering of innovation and communication was ignited by the rise of the PC and the Web and their generative characteristics. Software was installed one machine at a time, a relationship among myriad software makers and users. Sites could appear anywhere on the Web, a relationship among myriad webmasters and surfers. Now activity is clumping around a handful of portals: two or three OS makers that are in a position to manage all apps (and content within them) in an ongoing way, and a diminishing set of cloud hosting providers like Amazon that can provide the denial-of-service resistant places to put up a website or blog.
Der Artikel ist eine Übersicht über die Nachteile geschlossener Plattformen wie iOS im Vergleich zu Windows. Und die Nachteile sind bereits heute spürbar.
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November 27th, 2011
Bei Youtube gibt es einige Videos von den Castor Sicherheitstests. Am besten gefällt mir:
Es gibt auch eine vierteilige Serie, leider in relativ schlechter Qualität:
Für die meisten Tests scheinen sie halbe Castoren zu verwenden, aber die bleiben dicht
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November 22nd, 2011
Warum gibt es diese Nähe zwischen den Diensten und den Terroristen, und zwar fast überall auf der Welt?[...]
Heute können wir nur ihr völliges Versagen feststellen, mindestens zehn Menschen könnten noch leben, wenn sie ihre Arbeit gemacht hätten. Die Dienste dienen nur sich selbst. Es ist darum richtig, sie aufzulösen. Eine unabhängige Wahrheitskommission, wie sie etwa die Publizistin Carolin Emcke seit langem fordert, sollte die historischen Zusammenhänge zwischen Terrorismus und Geheimdienst ausleuchten.
FAZ, „Hauptsache, es macht peng!“
FAZ nicht Fefe… irgendwie kommt mir die Nachrichtenlage relativ surreal vor.
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November 16th, 2011
Es haben sich in meinem Browser mal wieder ein paar lesenswerte Links zur Wirtschaftskrise angesammelt.
- Zerohedge zusammenfassung der Eurokrise. Es werden vor allem die Kosten für Deutschland deutlich gemacht.
- Morgan Stanley diskutiert ein Szenario, in dem Deutschland aus dem Euro aussteigt. Ein solches Szenario hat den Vorteil, dass es keinen Bankrun in Deutschland gibt, und das die ein EUR denominierten Schulden sinken, wenn die D-Mark aufwertet.
- Looting Main Street, wie die Wall Street Jefferson County in die Pleite trieb. Sehr lesenswert.
- Europe: rise of the calculating machine, die FT kritisiert technokratische Regierungen. Das Zentrale Argument ist, dass Politiker vielleicht keine Ahnung haben, worüber sie entscheiden. Sie wissen aber, was sie entscheiden können, ohne Probleme zu kriegen.
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FT über die Staatsverschuldung Italiens. Italien hat ein Budgetüberschuss, ohne Zinszahlungen. Deshalb ist es besonders Anfällig für höhere Zinsen. Es gibt es auch ein Rechner, der je nach angenommenen Zinsraten, Wirtschaftswachstum etc. die benötigten Überschüsse ausrechnet. (Diese Art der Visualisierung sollte viel häufiger eingesetzt werden.)
- Der Hedgefondsmanager Ray Dalio versucht verzewifelt dem Interviewer klar zu machen, dass die USA in erster Linie ein politisches Problem haben. Republikaner und Demokraten weigern sich zusammenzuarbeiten, und wenn sie doch kooperieren kommen reine Formelkompromisse heraus.
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November 14th, 2011
In vielen Nachbarländern Deutschlands gibt es starke rechtspopulistische Parteien. In den Niederlanden wird sogar die Regierung von der PVV, der Partei Geert Wilders, geduldet. Den europäischen Rechtspopulisten ist eine deutlich islamfeindliche Gesinnung gemein, die sich durch 9/11 begründen lässt. Im Gegensatz dazu gibt es in Deutschland keine wahrnehmbare rechtspopulistische Partei, eine Besonderheit des deutschen Parteiensystems, die sich durch die deutsche Geschichte und durch die Rolle der Linkspartei als Protestpartei erklären lässt. Im Windschatten der Eurokrise erscheint es aber auch in Deutschland erfolgversprechend eine Populistische Partei zu gründen. Zumindest häufen sich die Warnungen.
- Jens Berger, beleuchtet die Erfolgsaussichten einer deutschen Tea-Party, wesentlich getragen von Hans Olaf Henkel. (Teil II, siehe dazu auch Zeit.de)
- Zeit.de berichtet über Versuche die Freien Wähler als Vehikel für eine D-Mark Partei zu nutzen.
- Frank Rieger bloggt über eine Rückkehr Guttenbergs als Frontmann einer CDU Abspaltung.
Die diskutierten Szenarien sind im Detail unterschiedlich, ihnen gemein ist aber die Fixierung auf den Euro und auf die Eurokrise, anstatt auf 9/11. Daher wäre eine solche Parteie eher Wirtschaftsnational anstatt Xenophob. Das hilft diesen Parteien sich von Rechtsextremen abzugrenzen, sie können im Zweifel auf ihre marktwirtschaftliche Gesinnung verweisen, die von Nationalsozialisten nicht geteilt wird. Darüber hinaus versuchten bereits die Verteidiger des ehemaligen Bundesbankvorstands sich hinter scheinbar wissenschaftlichen Zahlen zu verstecken. Eine wirtschaftsnationale Partei kann diese Argumentationsmuster leicht übernehmen und auf das statistische Bundesamt, die Weltbank oder andere seriöse Zahlenlieferanten verweisen. Diese Abgrenzung ist nicht nur politisch wichtig, um dem Gegner die „Moralkeule“ zu nehmen, sondern es ist auch wichtig um dem kleinbürgerlichen Wähler die Selbsterkenntnis zu ersparen.
Die Wähler einer rechtspopulistischen Partei sind Spieltheoretisch interessant. Man kann sie als Spieler eines Spiels, das sie nicht gut kennen, interpretieren. Ein solcher Spieler kann keine langfristigen Strategien nutzen. Und er weiß auch nicht, ob das Spiel Kooperation eher belohnt oder Bestraft, er kann also nur auf seinen eigenen, kurzfristigen Gewinn schielen, nicht auf die Strategien der Mitspieler oder auf subtile Effekte. Konkret bedeutet das in der Eurokrise, lieber das unmittelbare eigene Risiko zu minimieren – kein Geld für Griechenland, keine Experimente mit der Zentralbank – anstatt den Preis für ein Europa zu bezahlen, dessen langfristiger Wert nicht unmittelbar bekannt ist. Ebenso liegt hierin eine Erklärung für die reinen Nützlichkeitserwägungen die Rechtspopulisten bei Ausländern anstellen. Auf der einen Seite die Forderung ausländische Fachkräfte ins Land zu lassen, sie sind unmittelbar nützlich. Auf der anderen Seite die Forderung kriminelle Ausländer schnell auszuweisen. Die Kosten einer ungerechten Justiz, die Ausländer anders behandelt als Deutsche, und die Kosten einer Menschenverachtenden Ökonomiesierung sind im Vergleich dazu subtil und langfristig.
Diese beiden Punkte unterscheiden den Rechtspopulistischen Wähler von echten Nazis. Ein eingefleischter Nazi folgt einer Ideologie die seine Handlungen begründet, er reagiert aus eingebildetem Wissen. Deshalb ist es für einen Nazi auch nicht wichtig sich auf dem Boden eines gesellschaftlichen Grundkonsenses zu Bewegen, er weiß das dieser Konsens falsch ist. Im Gegensatz dazu ist der Wähler der Rechtspopulisten zutiefst verunsichert und muss sich immer wieder versichern, dass er auf dem Boden dieses Konsens steht. Jeder Versuch ihn in die Extreme Ecke zu stellen erscheint ihm daher übermäßig schrill und ist letztlich kontraproduktiv.
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